Die digitale Pathologie eröffnet Pathologielaboren neue Möglichkeiten: Sie kann diagnostische Prozesse beschleunigen, die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen verbessern und die Grundlage für standortübergreifende Befundung sowie den Einsatz moderner KI-Anwendungen schaffen.

Trotz dieser Vorteile stehen viele Einrichtungen noch am Anfang ihrer digitalen Transformation. Entsprechend groß ist der Informationsbedarf rund um Scanner, Workflows, Integration und Archivierung.

Der Einstieg in die digitale Pathologie wirft zahlreiche Fragen auf. Wir beantworten die wichtigsten und zeigen, wie die INFINITT Digital Pathology Solution (DPS) Labore bei der Digitalisierung unterstützen kann.


SCANNER & FARBDARSTELLUNG


Welche Scanner werden von INFINITT DPS unterstützt?

Die INFINITT Digital Pathology Solution ist ein herstellerunabhängiges Image Management System (IMS), das die Betrachtung und zentrale Verwaltung von Whole-Slide-Images (WSI) verschiedener Scannerhersteller in einem einheitlichen Viewer ermöglicht.
Zu den proprietär unterstützten Herstellern gehören unter anderem:

  • 3DHISTECH
  • Hamamatsu
  • Leica
  • Roche
  • Evident
  • Philips

Darüber hinaus können auch Scanner weiterer Hersteller integriert werden, sofern sie das DICOM-Format unterstützen.

Können verschiedene Scanner gemeinsam für die Diagnose eingesetzt werden?

Ja. Scans verschiedener Scannerhersteller können innerhalb einer einheitlichen Umgebung angezeigt, verwaltet und diagnostisch genutzt werden. Möglich wird dies durch die Unterstützung des DICOM-Standards in INFINITT DPS. Einrichtungen bleiben dadurch flexibel bei der Wahl ihrer Scanner und können bestehende Investitionen langfristig nutzen.

Ein Beispiel ist das Samsung Medical Center in Seoul. Dort werden Scanner verschiedener Hersteller parallel eingesetzt und evaluiert. Aktuell kommen drei Systeme von 3DHISTECH, vier von Leica Biosystems sowie ein System von Hamamatsu zum Einsatz.

Wie lassen sich Farbunterschiede zwischen Scannern verschiedener Hersteller ausgleichen?

Zwischen Scannern unterschiedlicher Hersteller können Farbabweichungen auftreten, da sich Hardwarekomponenten und Bildverarbeitungsverfahren unterscheiden.
Mit INFINITT DPS lassen sich Bilder verschiedener Scanner im Viewer harmonisieren und dadurch besser miteinander vergleichen. Für einzelne Scannermodelle können vordefinierte Farbprofile hinterlegt und automatisch im Viewer angewendet werden.
Eine konsistente Farbdarstellung verbessert die Vergleichbarkeit von Bildern aus unterschiedlichen Quellen und unterstützt eine zuverlässige diagnostische Beurteilung.


WORKFLOW & KI


Wie fügt sich INFINITT DPS in bestehende Systeme und Workflows ein?

Die INFINITT Digital Pathology Solution kann flexibel an die Anforderungen einer Einrichtung angepasst werden. So kann beispielsweise der bestehende Workflow zunächst unverändert bestehen bleiben, während DPS ergänzend eingesetzt wird. Anwender können auf diese Weise mit der digitalen Bildbetrachtung beginnen und weitere Funktionen schrittweise integrieren. Alternativ kann INFINITT DPS als vollständig digitale, herstellerunabhängige Plattform für die Anzeige, Verwaltung, Archivierung und Zusammenarbeit eingesetzt werden und bestehende Pathologie-Workflows umfassend digitalisieren. Der konkrete Funktionsumfang wird dabei individuell auf die Anforderungen der jeweiligen Einrichtung abgestimmt.

Wie integriert sich INFINITT DPS in bestehende LIS-, KIS- und EMR-Systeme?
INFINITT DPS wurde für die Integration in bestehende Pathologie- und Krankenhaus-IT-Landschaften entwickelt. Die Anbindung erfolgt in der Regel über standardisierte Schnittstellen wie HL7 und DICOM sowie bei Bedarf über individuelle Integrationen.

Nach der Anbindung können LIS, KIS/EMR und DPS relevante Informationen automatisiert austauschen. Dazu gehören unter anderem:

  • Patientenstammdaten
  • Fall- und Auftragsinformationen
  • Objektträger- und Probenkennungen
  • Arbeitslisten
  • klinische Informationen
  • Befundstatus und diagnostische Ergebnisse

Mithilfe barcodegestützter Prozesse werden gescannte Objektträger automatisch dem richtigen Fall zugeordnet. Die digitalen Slides stehen dem zuständigen Pathologen anschließend in seiner Arbeitsliste zur Verfügung. Durch die enge Integration erhält der Pathologe die relevanten Informationen zentral an einem Ort: klinische Daten, digitale Objektträger, Befunde und Fallhistorien. Dadurch lassen sich Medienbrüche und Doppelarbeiten reduzieren und diagnostische Prozesse effizienter gestalten.

Falls bestimmte Informationen nicht elektronisch verfügbar sind, können Untersuchungsaufträge, Begleitdokumente oder Notizen von Pathologieassistenten eingescannt und direkt mit dem jeweiligen Fall verknüpft werden.

Da jedes Labor über individuelle Prozesse und Systemlandschaften verfügt, wird die Integration entsprechend geplant und an die jeweiligen Anforderungen angepasst. DPS kann somit sowohl als Ergänzung bestehender Systeme als auch als Bestandteil eines vollständig digitalen Pathologie-Workflows eingesetzt werden.

Wie erfolgt die Zuweisung von Objektträgern?

Die Zuordnung digitaler Objektträger erfolgt in der Regel automatisiert über barcodegestützte Prozesse und die Anbindung an das Laborinformationssystem (LIS). Nach dem Scannen werden die digitalen Slides automatisch dem jeweiligen Fall zugeordnet und dem zuständigen Pathologen über Arbeitslisten bereitgestellt. Dadurch entfällt die aufwendige manuelle Verteilung von Glasobjektträgern. Fälle können schneller, effizienter und standortunabhängig bearbeitet werden.

Ist der Wechsel vom Mikroskop zu DPS für Pathologen schwierig?

In den meisten Fällen ist der Wechsel gut zu bewältigen – allerdings gibt es wie bei jeder neuen Technologie eine gewisse Lernkurve. Pathologen arbeiten häufig seit vielen Jahren mit dem Lichtmikroskop. Beim Umstieg auf die digitale Befundung ändern sich vor allem die Werkzeuge, nicht jedoch die diagnostischen Grundprinzipien. Statt Glasobjektträgern und Mikroskop werden digitale Whole-Slide-Images am Bildschirm betrachtet, vergrößert, vermessen und annotiert. Die Viewer-Funktionen von DPS wurden so entwickelt, dass sie den etablierten diagnostischen Arbeitsabläufen möglichst nahekommen und dadurch den Einstieg in die digitale Befundung erleichtern.

Können eigene strukturierte Formulare für die Befundung genutzt werden?

Ja. Bestehende Befundvorlagen und strukturierte Formulare können in DPS integriert werden.

Das Samsung Medical Center plant beispielsweise den Einsatz eines strukturierten Befundformulars zur Dokumentation von Darmkrebsbefunden.

Ziel ist es, Pathologen den Einsatz ihrer bevorzugten Dokumentationsstrukturen zu ermöglichen und gleichzeitig die Vorteile der digitalen Pathologie zu nutzen.

Welche KI-Lösungen von Drittanbietern können in DPS integriert werden?

INFINITT DPS ermöglicht die Integration einer Vielzahl von KI-Anwendungen führender Drittanbieter. Welche Lösungen konkret verfügbar sind, hängt von den klinischen Anforderungen und der jeweiligen Systemkonfiguration ab.

Zu den integrierbaren KI-Lösungen gehört beispielsweise Visiopharm, ein Anbieter von Software für KI-gestützte Präzisionspathologie. Die Lösung lässt sich nahtlos in den digitalen Pathologie-Workflow integrieren. Weitere im klinischen Alltag genutzte KI-Anwendungen sind HALO von Indica Labs an der IUHW in Japan sowie AIVIS am Samsung Medical Center (SMC) in Südkorea.

Wie unterstützt KI den Workflow mit INFINITT DPS?

KI ist in der INFINITT Digital Pathology Solution nicht nur über Drittanwendungen verfügbar, sondern unterstützt auch den Workflow direkt innerhalb der Plattform. Funktionen wie die automatische Präparateausrichtung (Auto-Orientierung) oder die KI-basierte Berechnung des Ki-67-Index bei Brustkrebs helfen dabei, Routineaufgaben zu automatisieren und die Effizienz im Laboralltag zu erhöhen.


LIFECYCLE-MANAGEMENT & ARCHIVIERUNG


Wie archiviert DPS digitale Objektträger?

DPS archiviert digitale Pathologiebilder standardisiert im DICOM-Format. Dadurch können Bilder verschiedener Scannerhersteller in einem zentralen Archiv gespeichert und unabhängig vom ursprünglichen Scanner weiterverarbeitet werden. Moderne DICOM-Kompressionsverfahren können den Speicherbedarf reduzieren, ohne die diagnostische Nutzbarkeit der Bilder zu beeinträchtigen.

Die Daten lassen sich in bestehende PACS-, VNA- und Krankenhaus-IT-Systeme integrieren und langfristig verwalten.

Kurz gesagt: DPS setzt nicht auf proprietäre Scannerformate, sondern auf den offenen DICOM-Standard. Das schafft die Grundlage für Interoperabilität, langfristige Verfügbarkeit und eine effizientere Nutzung von Speicherressourcen.

Welche Rolle spielt der DICOM-Standard in der digitalen Pathologie?

DICOM erfüllt in der digitalen Pathologie eine ähnliche Funktion wie seit Jahrzehnten in der Radiologie.

Der Standard schafft eine herstellerunabhängige Grundlage für die Speicherung, den Austausch und die Anzeige von Bilddaten. Dadurch können Scanner, Viewer, PACS-, VNA- und Analyseplattformen verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren. Ohne DICOM sind viele Lösungen auf geschlossene, proprietäre Ökosysteme beschränkt. DICOM ist daher eine wichtige Grundlage für eine offene, interoperable und langfristig zukunftssichere digitale Pathologie.

Müssen DICOM-Bilder für die Analyse wieder in TIFF oder das ursprüngliche Scannerformat zurückkonvertiert werden?

Nein.

Während ältere Scanner, Viewer und Analyseanwendungen häufig keine DICOM-Unterstützung besaßen, können moderne digitale Pathologiesysteme DICOM-Dateien direkt verarbeiten. Falls erforderlich, ermöglicht DPS dennoch eine Rückkonvertierung in das ursprüngliche Dateiformat. Die Entwicklung der Branche geht jedoch zunehmend in Richtung DICOM als herstellerübergreifendem Standard für die Speicherung, den Austausch und die Analyse digitaler Pathologiebilder.

Kann der Speicherbedarf mit DPS um mehr als 40 % reduziert werden?

Ja.

Durch den Einsatz des DICOM-Standards und moderner Kompressionsverfahren kann der Speicherbedarf gegenüber herkömmlichen Archivierungskonzepten bei vergleichbarer Bildqualität deutlich reduziert werden. Die geplante Unterstützung von DICOM JPEG XL kann die Dateigröße von Whole-Slide-Images (WSI) und damit auch den Speicherbedarf für die Langzeitarchivierung um mehr als 40 % reduzieren. Dadurch lassen sich die Anforderungen an Speicher- und Backup-Systeme reduzieren und potenziell die Gesamtbetriebskosten senken.

Ist ein Backup verpflichtend? Welche Auswirkungen hat dies auf die Kosten?

Ob ein Backup verpflichtend ist, hängt von den gesetzlichen, regulatorischen und internen Vorgaben der jeweiligen Einrichtung ab.

Technisch betrachtet muss bei DPS nicht zwingend eine vollständige Sicherung aller digitalen Objektträger erfolgen. Einrichtungen können flexibel festlegen, ob sämtliche Bilder oder lediglich ausgewählte Fälle und Objektträger gesichert werden sollen. Zusätzlich können unterschiedliche Komprimierungsstufen eingesetzt werden, um den Speicherbedarf zu reduzieren. Diese Flexibilität kann dazu beitragen, die Gesamtbetriebskosten gegenüber klassischen Archivierungsansätzen zu senken.

FAZIT:

Die digitale Pathologie entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Pathologielabore. Mit der INFINITT Digital Pathology Solution erhalten Einrichtungen eine offene und herstellerunabhängige Plattform für die Anzeige, Verwaltung, Befundung und Archivierung digitaler Objektträger.
Durch die Unterstützung führender Scannerhersteller, die Integration in bestehende LIS-, KIS- und EMR-Systeme sowie die DICOM-basierte Archivierung können Labore ihre Digitalisierungsstrategie schrittweise und zukunftssicher umsetzen. Gleichzeitig schafft DPS die Grundlage für Telepathologie, standortübergreifende Zusammenarbeit und den Einsatz KI-gestützter Analyseverfahren.

Jedes Labor hat individuelle Anforderungen. Deshalb lässt sich INFINITT DPS flexibel an bestehende Prozesse und IT-Landschaften anpassen und mit den zukünftigen Anforderungen der Pathologie weiterentwickeln.

Sie möchten mehr über die INFINITT Digital Pathology Solution erfahren oder wissen, wie sich die Lösung in Ihre bestehende IT-Umgebung integrieren lässt?

Weitere Informationen zur INFINITT Digital Pathology Solution finden Sie hier.

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